Terra - Germania

Nur ein Zehntel seiner jährlichen Georgssaal-Ansprache widmete Präsident Putin außenpolitischen Themen. Stattdessen präsentierte er eine breite Bestandsaufnahme über Erfolge und Misserfolge im Inland. Russland müsse gemeinsam seine Hausaufgaben erledigen.

Deutsche Medien sind überrascht. Warum ist Putin plötzlich so friedlich? So wenig über die Außenpolitik und fast gar nicht über Bomben und Raketen, stattdessen richtig viel über das Inland geredet. Auch die gewohnte Westkritik war nur Nebensache, eine Randnotiz, obwohl sie trotzdem eine Reihe zitierfähiger Aussprüche beinhaltete. Worauf soll man sich nun stürzen, Putin kann man doch nicht ohne Kritik stehen lassen? Ach so, dies war eine „Mutmacher“-Rede, Schönfärberei also.

So meinte es zumindest Focus in seiner simultanen Zusammenfassung. Anstatt Twitter auf Witze über Medwedew durchzuscannen, wären die Kollegen vielleicht besser beraten gewesen, darüber nachzudenken, welchem gesellschaftlichen Trend der russische Präsident mit seiner Rede folgt und welche Bedürfnisse er anspricht.

Denn jede Jahresbotschaft an die Föderale Versammlung – also an die höchsten…

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